Jahrestagung 2019

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
Standortbestimmung der Geschichtsdidaktik in Österreich
13./14. September 2019, Innsbruck (Karl-Rahner-Platz 3, Theologische Fakultät, Kaiser-Leopold-Saal)

2005 nannte Stefan Jordan erstens die Geschichtsdidaktik eine „problematische Disziplin“ und konstatierte zweitens, dass sie sich nur auf dem Abstellgleis des „geschichtswissenschaftlichen Bahnhofs“ befinde. Kaum ein Feld der Geschichtswissenschaften hat sich aber in den letzten Jahren und Jahrzehnten derart dynamisch entwickelt wie die Geschichtsdidaktik im deutschsprachigen Raum. Jedoch vollziehen sich diese Entwicklungen in Österreich im Vergleich zu Deutschland mit einer gewissen Verzögerung: Während die Konferenz für Geschichtsdidaktik bereits 1995 gegründet wurde, gibt es die Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreich erst seit 2010.

Die 10. Jahrestagung wird zum Anlass genommen, um über die eigene Disziplin im Sinne der drei Zeitdimensionen selbstreflexiv nachzudenken: In einem Rückblick gilt es auf wesentliche Entwicklungen der deutschsprachigen Geschichtsdidaktik mit einem Fokus auf Österreich zurückzuschauen. Weiters geht es um eine Bestandsaufnahme aktueller Schwerpunkte und Herausforderungen in Bezug auf Theorieentwicklung, Pragmatik und empirische Forschung. Schlussendlich sollen Zukunftsperspektiven formuliert werden.

Die 10. Jahrestagung der Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreich (GDÖ) widmet sich diesen Fragen in Form von Vorträgen und Workshops. Während bei Vorträgen wissenschaftliche Forschungsergebnisse im Zentrum stehen, geht es bei den Workshops um Umsetzungsmöglichkeiten von aktuellen geschichtsdidaktischen Zugängen und Forschungserkenntnissen für den Geschichtsunterricht.

Programm folgt!

Kontakt: tagungen@gdoe.at

Jahrestagung 2018

Schüler*innen denken Geschichte. Subjektorientierung im Geschichtsunterricht und in der Politischen Bildung
21./22. September 2018, Wien

Der Begriff der „Subjektorientierten Geschichtsdidaktik“ hat in den letzten Jahren vermehrt Einzug in den geschichtsdidaktischen Diskurs gehalten. Dabei handelt es sich keineswegs um eine hochtrabende Umschreibung des traditionellen didaktischen Prinzips der „Schüler*innenorientierung“ oder „Schüler*innenzentrierung“. Vielmehr wird dieses didaktische Prinzip auf eine tragfähige theoretische Grundlage gestellt, indem lebensweltliche, konstruktivistische, hermeneutische und systemtheoretische Überlegungen miteinander in Verbindung gebracht werden. Zudem wird eine Methodik diskutiert, mit der diese theoretischen Überlegungen in die Unterrichtspraxis übertragen werden können, um das Zusammenwirken aller Akteur*innen zu verbessern. Neben theoretisch-strukturellen Überlegungen und pragmatischen Orientierungsangeboten sind daher auch empirische Forschungsdesigns zu entwickeln.

Subjektorientierte Geschichtsdidaktik stellt das Individuum mit seinen bisherigen Erfahrungen in den Mittelpunkt didaktischer Überlegungen und betrachtet es nicht als isoliertes Wesen, sondern im sozialen Kontext. Vorstellungen von Geschichte und Politik werden als von Sozialisation und Erziehung beeinflusste Konstrukte verstanden, die sich wandeln können. Subjektorientierung zielt somit darauf ab, soziale Abhängigkeiten bei der Deutung der Vergangenheit bewusst zu machen und Lernräume zu schaffen, die eine Reflexion und Erweiterung bzw. Differenzierung individueller Deutungen ermöglichen.
Programm Tagung 2018
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